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2020 | Mangel an Wertschätzung?

So sehr die Burgfreunde sich auch bemühen, die Gemeinde zu mehr Aktivität bei der Bewerbung und Belebung der Burgruine zu veranlassen: Ihre Initiativen verlaufen im Sand. Deshalb setzt der Verein jetzt auf Veränderungen bei der bevorstehenden Kommunalwahl in vier Wochen.

„Es mangelt an Wertschätzung für das, was in mehr als 20 Jahren mühsamer Arbeit auf dem Schlossberg geschaffen worden ist“, fasste Vorsitzender Franz Amberger seine Eindrücke bei der Mitgliederversammlung am 15. Februar in der Schlossbrauerei Brandl zusammen. Im Unterschied zu Blaibach, das sein Alleinstellungsmerkmal im Konzerthaus erkannt habe und die damit verbundenen Chancen zu nutzen wisse, lasse Runding sein Kapital brach liegen.

Seine These machte Amberger an drei konkreten Beispielen fest: Die Beschilderung für auswärtige Besucher sei nicht nur schlecht, sondern sogar kontraproduktiv. Das seit Jahren geplante mittelalterliche Klassenzimmer als Grundlage für die Aktionstage sei immer noch in weiter Ferne. Und was den Vorschlag für einen Kultursommer angehe, suche man weniger nach Möglichkeiten als vielmehr nach Gründen für eine Ablehnung. „Wir machen uns Gedanken über eine nachhaltige Vermarktung und Belebung der Burg und die Gemeinde tut nichts dergleichen“, brachte der Vorsitzende seine Kritik unter dem Beifall der Mitglieder auf den Punkt.

Welche Chancen der Gemeinde dadurch entgehen, machte der Bericht des 2. Vorsitzenden Uli Effenhauser über die attraktiven Burgtage von Verein und Schulen deutlich. Außerdem gab es wieder eine Lehrerfortbildung zum Thema. Doch alle Mühe ist vergeblich, solange die Infrastruktur für einen Regelbetrieb des didaktisch hochwertigen Angebots nicht vorhanden ist. Bleibt die Gemeinde weiter untätig, droht auch noch der von der EU zugesagte Zuschuss zu verfallen.

In Vertretung des Bürgermeisters hatte „Vize“ Markus Griesbeck Mühe, die zur Sprache gebrachten Defizite zu widerlegen. In Bezug auf die Beschilderung musste er sogar uneingeschränkt zustimmen. Griesbeck dankte dem Verein für die geleistete Arbeit, insbesondere in Bezug auf das Buch zur 900-Jahrfeier, Burgtage, Führungen (42 Termine mit insgesamt 800 Teilnehmern) und die Initiative für die Entwicklung einer Burg-App.

Finanziell haben sich die Burgfreunde nach dem Kraftakt für die Maßnahmen in der Vorburg wieder erholt. Nach dem Bericht von Kassier Helmut Kleisinger zählt der Verein derzeit 388 Mitglieder.

 

2020 | Neues Heimatbuch der Burgfreunde

„Runding – Die Gemeinde unter dem Dohlenturm“: So lautet der Titel des neuen Heimatbuchs, das die Burgfreunde als Beitrag zur 900-Jahrfeier gestaltet haben. In 50 Beiträgen auf 144 Seiten bildet es Runding im Jubiläumsjahr 2018 ab. Seit 11. November liegt das reich bebilderte Buch druckfrisch in der Gemeindekanzlei auf. Auswärtige können es auch über den Buchhandel beziehen.

Mit drei hochkarätigen Orgelkonzerten und zwei unvergesslichen Abenden auf der illuminierten Burg (Chorkonzert mit Lehra & Mehra, Kabarett mit Helmut A. Binser) hatten die Burgfreunde bereits das Programm im Jubiläumsjahr bereichert. Darüber hinaus hatte der Lehrer und Autor Ulrich Effenhauser (2. Vorsitzender des Vereins) den Festvortrag zu den offiziellen Feierlichkeiten übernommen. Sein kurzweiliger Streifzug durch 900 Jahre Runding eröffnet auch den Reigen der bunten Beiträge im neuen Buch. Die witzigen Einlagen der Theatergruppe d‘Runtinger am Anfang und Ende des Vortrags dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Die Geschichte der Burg Runding wird in dem bereits 1998 von den Burgfreunden herausgegebenen Buch „Unter dem Dohlenturm“ umfassend dargestellt. In Ergänzung dazu befasst „Runding“ sich nun damit, wie sich das Dorf zu Füßen der Burgruine aus dem Schatten der einstigen Herrschaft gelöst und die heutige Gemeinde sich zu einem pulsierenden Lebens- und Wirtschaftsraum entwickelt hat. Aus Anlass des Jubiläums „900 Jahre Runding“ wirft Redakteur Franz Amberger einen geneigten Blick auf seine Heimat und die Menschen, die sie mit ihrem Engagement auf vielfältige Weise geprägt und gestaltet haben. Ergebnis seiner Recherchen ist eine umfassende Bestandsaufnahme, die auch Einblicke in Hintergründe gewährt, Einordnungen vornimmt, Zusammenhänge herstellt und darüber hinaus Perspektiven für die Zukunft aufzeigt.

Ausführlich dargestellt wird die Situation der Gemeinde Runding, die mit einer Steuerkraft von 1.005 Euro je Einwohner aktuell Platz 7 unter den 39 Landkreis-Gemeinden belegt. Und der Staatlich Anerkannte Erholungsort gehört mit seinen 80.000 Übernachtungen zu den zehn führenden Tourismusorten im Oberen Bayerischen Wald. Zwei wertvolle Einrichtungen der Daseinsvorsorge, die Wolfram-von-Eschenbach-Schule und das Kinderhaus Burgwichtl, komplettieren das Kapitel über die Gemeinde.

Als lebendige Kirchengemeinde präsentiert sich die Pfarrei Runding mit ihren Gremien und den vielen Ehrenamtlichen, die sich um Gottes Lohn für ihre Mitmenschen engagieren. Anhand von Quellen aus diversen Archiven unternimmt der Autor den Versuch einer Kurzchronik. Die Quellenlage in Runding selbst ist äußerst dürftig, weil Kirche und Pfarrhof samt Archiv nicht nur beim Dorfbrand 1849 vernichtet worden ist; bereits 1694 ist der Pfarrhof durch Blitzschlag eingeäschert worden. Um 1420 hatten die Nothaft eine erste Kirche errichtet, die 1464 ebenfalls einem Brand zum Opfer fiel; die Burgherren stemmten auch den Wiederaufbau 1469 und verhalfen damit dem damaligen Pachling, ursprünglich eine Filiale von Chammünster, zum Status einer Pfarrei.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Auch dafür steht Runding mit seinen 625 Arbeitsplätzen. Die sechs größten Arbeitgeber (A-Z Formen- und Maschinenbau, Mühlbauer Maschinenbau, Walter Bauer, Bauunternehmen Mühlbauer, Rädlinger Blauberg und Rädlinger Asphalt, Zimmerei und Krankverleih Mühlbauer) werden im Kurzporträt vorgestellt, dazu die Schlossbrauerei, das mit Abstand älteste Unternehmen am Ort.

Auf dem Kultursektor hat Runding drei Einrichtungen von überörtlicher Bedeutung zu bieten: die Liederbühne Robinson, die Vleugels-Orgel und vor allem das einzigartige Freilichtmueum auf der Burgruine. Auch an Kulturschaffenden mangelt es nicht: Als Kabarettisten sind Matthias Meier (Da Meier) und Martin Schönberger (Helmut A. Binser) bayernweit unterwegs. Aber auch den Gafiker Fritz Maier, den Schriftsteller Ulrich Effenhauser und den Fotografen Stefan Engl bringt man überörtlich mit Runding in Verbindung. Zu den „Botschaftern ihrer (Wahl-)Heimat“ gehört natürlich auch der CSU-Politiker Dr. Gerhard Hopp als derzeit einziger Landtagsabgeordneter im Landkreis Cham.

Fast 50 Seiten widmet das Buch den 20 Vereinen und ihren Gemeinschaftsaktionen, dem Faschingsumzug und dem Christkindlmarkt, die alle Jahre viele Besucher anziehen. Ein bunter Bilderbogen vom Festgeschehen im Jubiläumsjahr (Jahreswechsel, Festakt, Tag der Betriebe, Bürgerfest, Streuobsttag) rundet den Inhalt ab. Alles in allem ein Heimatbuch, das die Bayerwald-Gemeinde in vielen Facetten abbildet und dabei für den Leser manche Überraschung bereithält.

Info-Anhang
Runding – Die Gemeinde unter dem Dohlenturm; Herausgeber: Gemeinde Runding; Verlag: Attenkofer Straubing; ISBN: 978-3-947029-27-3; 144 Seiten, 21,80 Euro

Gemeinde Runding

2019 | Burgfreunde regen Kultursommer an

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Aus dem Quartett an der Spitze der Burgfreunde ist ein Quintett geworden; von rechts: Vorsitzender Franz Amberger, Stellvertreter Uli Effenhauser, Kassier Helmut Kleisinger, Stellvertreter Hans Eibl und Schriftführer Rudi Raum. Foto: Burgfreunde

Das Gänsehaut-Konzert mit dem Chor „Lehra und mehra“ und der unvergessliche Abend mit dem Musikkabarettisten Helmut A. Binser haben bei den Rundinger Burgfreunden die Idee von einem festen Kultursommer auf der Burg entstehen lassen. Außerdem soll der Burgerlebnistag für Kinder auf ein stabiles Fundament gestellt werden. Diese Zielsetzungen gab die Vorstandschaft bei der Mitgliederversammlung am Samstag in der Schlossbrauerei Brandl aus.
Seit der Gründung 1996 hatten die Burgfreunde gezielt auf das Jubiläumsjahr 2018 hingearbeitet. Mit der Freilegung und Instandsetzung der Burganlage, der Runding seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1118 verdankt, und der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit wurde die wichtigste Voraussetzung geschaffen, um die 900-Jahrfeier im Bewusstsein für die einzigartige Geschichte zu begehen.
Das Jubiläumsjahr selber haben die Burgfreunde nach dem Bericht des Vorsitzenden Franz Amberger mit einer Fülle von Aktivitäten bereichert. Dazu gehören neben den beiden eingangs erwähnten Großveranstaltungen drei hochkarätige Kirchenkonzerte und eine dreiteilige Reihe mit Autorenlesungen. Darüber hinaus hat 2. Vorsitzender Uli Effenhauser den vielbeachteten Festvortrag beim Festakt im Mai gehalten. Franz Amberger erstellt schließlich noch eine aktuelle Bestandsaufnahme der Gemeinde Runding: Die mit einem Bilderbogen vom Jubiläumsjahr angereicherte Dokumentation erscheint voraussichtlich im Lauf des Sommers in Buchform.
Die 900-Jahrfeier hat Runding viel Aufmerksamkeit verschafft. Bevor dieser Effekt wieder verpufft, sollten nach Dafürhalten der Burgfreunde große touristische Informationstafeln an der B 20 und an der B 85 auf die Burgruine aufmerksam machen. Außerdem sollte das überörtliche Ausflugsziel auf dem Schlossberg von den an Runding vorbeiführenden Bundes- und Staatsstraßen ausgeschildert werden.
Den Praxistest bestanden hat das pädagogische Konzept für einen Burgerlebnistag, das 2. Vorsitzender Uli Effenhauser zusammen mit seiner Frau Sigrid entwickelt hat. Anhand von Fotos erläuterte Effenhauser den vielseitig kombinierbaren Lernzirkel, der Kinder das Leben im Mittelalter mit allen Sinnen erfahren lässt. Im Rahmen einer Fortbildung der Wolfram-von-Eschenbach-Schule machten sich bereits über 20 Lehrer aus dem ganzen Landkreis mit dem Konzept vertraut. Die dauerhafte Durchführung steht und fällt mit einer festen Anlaufstelle. Nach Auskunft von Bürgermeister Franz Piendl ist der Antrag der Gemeinde auf eine EU-Förderung für die geplante Holzhütte auf der Burg inzwischen bewilligt, so dass dem Bau nichts mehr im Weg stehen dürfte.
Das Angebot der Burgführungen des Vereins haben im vergangenen Jahr rund 700 Besucher in Anspruch genommen. Von den insgesamt 45 Führungen hat Peter Schönberger alleine 18 übernommen.
Nach dem Kraftakt mit der 23.000 Euro teuren Sanierung des Getreidekastens und der Terrassenmauer hat sich die Finanzlage der Burgfreunde – den Spenden von insgesamt 9.500 Euro sei Dank – wieder entspannt. Der aktuelle Kontostand beläuft sich nach dem Bericht von Kassier Helmut Kleisinger auf rund 17.000 Euro. Die Zahl der Mitglieder ist nach 14 Neuzugängen bei sechs Austritten und zwei Todesfällen zum Jahresende 2018 auf 395 gestiegen.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Franz Piendl die Arbeit des Vereins. „Ohne die Burgfreunde wäre die 900-Jahrfeier niemals so gelungen“, sagte er wörtlich. In Sachen Kultursommer auf der Burg schlug er eine Aussprache im Gemeinderat vor. Die Aufstellung touristischer Informationstafeln (Stückpreis 8.000 Euro) sei eine Kostenfrage.
Die fälligen Neuwahlen unter der Regie von Bürgermeister Franz Piendl und Vize Markus Griesbeck gingen glatt über die Bühne. Von den 36 Anwesenden jeweils einstimmig wiedergewählt wurden 1. Vorsitzender Franz Amberger, 2. Vorsitzender Uli Effenhauser, Kassier Helmut Kleisinger und Schriftführer Rudi Raum; als 2. Kassier verstärkt Hans Eibl das bewährte Quartett an der Spitze des Vereins. Kassenprüfer bleiben Klaus Dittrich und Markus Schiedermeier.

2018 | Von der Denkmalpflege zur Kinderbetreuung

Seit der Vereinsgründung 1996 haben sich die Burgfreunde Runding hauptsächlich mit Denkmalpflege befasst. Mit der Sanierung des Getreidekastens habe sie nun 2017 die Bautätigkeit endgültig abgeschlossen und gleichzeitig die Neuausrichtung der Arbeit eingeleitet: Ganz im Sinn der Nachhaltigkeit setzt der Verein seinen Schwerpunkt jetzt auf Museumspädagogik für Kinder. „Wenn es uns gelingt, Kinder für die Burg zu begeistern, muss uns um die Wertschätzung des geschaffenen Freilichtmuseums nicht bange sein“, sagte Vorsitzender Franz Amberger bei der gut besuchten Mitgliederversammlung am 24. Februar 2018 in der Schlossbrauerei Brandl. Den didaktischen Ansatz erläuterte 2. Vorsitzender Uli Effenhauser, der das Programm zusammen mit seiner Frau Sigrid entworfen hat. Im Rahmen eines Aktionstages können Kinder auf diversen Stationen eintauchen in das Leben im Mittelalter und sich dabei mit Themen wie Krieg und Ernährung befassen. Mit diesem Angebot für Schulklassen und sonstige Kindergruppen wollen die Burgfreunde das Vorhaben der Gemeinde auf Errichtung eines Jugendlagers auf der Burg mit Leben erfüllen. Flankierend nimmt die örtliche Wolfram-von-Eschenbach-Schule nach Auskunft von Lehrerin Sigrid Effenhauser das Jubiläum „900 Jahre Runding“ zum Anlass für eine Lehrerfortbildung zum Thema. Und das Benedikt-Stattler-Gymnasiums Bad Kötzting plant auf lange Sicht zusammen mit der Gemeinde und den Burgfreunden sogar die Anlegung eines historischen Lehrpfads. „Das ist aber noch Zukunftsmusik“, so Effenhauser in seiner Eigenschaft als Geschichtslehrer der Schule.
Beim Burgtag, mit dem die Burgfreunde am 10. August 2017 das Ferienprogramm der Gemeinde Runding bereichert haben, hat das neue Programm bereits seine Feuertaufe bestanden. 30 Kinder waren über Stunden mit Begeisterung bei der Sache und zeigten sich bei der abschließenden Gesprächsrunde sehr angetan von dem Angebot. Ein zweiter Durchlauf wurde zum 20. Burg-Café gestartet.
Ansonsten war das vergangene Jahr der Burgfreunde geprägt von der Fertigstellung der Bauarbeiten in der Vorburg. In einem Kraftakt wurde die gegen manche Widerstände in Angriff genommene Sanierung des Getreidekastens inklusive Terrassen- und Hofmauer sowie der Abtiefung und Neubefestigung des Festplatzes bis zum Burg-Café komplett fertiggestellt. Infolge der ursprünglich nicht eingeplanten Zusatzarbeiten haben sich die Kosten gegenüber der Kalkulation (15.000 Euro) auf 23.000 Euro erhöht. Zur Finanzierung musste der Verein sogar an seine Reserven gehen. Für das Geschaffene haben die Burgfreunde Zuspruch von allen Seiten erfahren und fühlen sich deshalb voll und ganz bestätigt: „Es dürfte heute in Runding wohl niemanden mehr geben, der die Notwendigkeit dieser Maßnahme ernsthaft in Zweifel ziehen würde“, sagte Vorsitzender Franz Amberger wörtlich. Alles in allem haben die Burgfreunde damit in zurückliegenden 22 Jahren 103.000 Euro und 11.500 Arbeitsstunden in die Burg investiert.
Eine weitere Veränderung in der Arbeit des Vereins betrifft die 1999 von der Pfarrgemeinde übernommene Organisation und Durchführung der kirchenmusikalischen Konzertreihe KlangFarben. Weil der damit verbundene Aufwand seit Jahren in keinem Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit steht und künftig auch noch Gema-Gebühren fällig werden, haben sich die Burgfreunde schweren Herzens zum Ausstieg entschlossen. Laut Amberger gibt es jedoch Gespräche zur Fortführung der Reihe unter veränderter Trägerschaft. „Runding hat sich mit den KlangFarben einen guten Namen gemacht“, sagte er, „deshalb bleibt zu hoffen, dass es mit den Orgelkonzerten in irgendeiner Form weitergeht.“ In Anbetracht der getätigten Ausgaben weist der Kassenbericht von Helmut Kleisinger in allen Bereichen ein Minus aus. Der Kassier setzt deshalb seine Hoffnung auf eine Konsolidierung der Finanzen in diesem Jahr. Die Zahl der Mitglieder liegt aktuell bei 390.„Mehr als beeindruckt“ von den Berichten der Vorstandschaft zeigte sich Bürgermeister Franz Piendl. Durch die Mithilfe des Bauhofs habe die Gemeinde einen Ausgleich für die vom Gemeinderat verwehrte Beteiligung an den Kosten für die Sanierung des Getreidekastens hergestellt, erklärte er. Mit Blick auf die 900-Jahrfeier besteht für Piendl kein Zweifel, dass die Burg „in Runding angekommen“ ist. Die Neuausrichtung der Arbeit der Burgfreunde sei ganz im Sinn der Gemeinde, zumal auch der Tourismus von der Kinderbetreuung profitieren werde. „Das Tageslager wird auf jeden Fall gebaut“, sagte Piendl. Darüber hinaus befürwortete er die Initiative des Vereins für eine zeitgemäße Bewerbung der Burg im Internet-Auftritt der Gemeinde.

Ehrenmitglied Sepp Bierl
Das neue Ehrenmitglied Sepp Bierl zusammen mit der Vorstandschaft der Burgfreunde Runding und Bürgermeister Franz Piendl.

2018 | Sepp Bierl Ehrenmitglied

Den Abschluss der Grabungs- und Sanierungsarbeiten auf der Burgruine Runding haben die Burgfreunde zum Anlass genommen, einen Mann zu ehren, der diese Phase mit seinem Einsatz maßgeblich geprägt hat: Sepp Bierl. „Unser Mann, der alles macht und alles kann“, ist auf der von Fritz Maier kunstvoll gestalteten Urkunde zu lesen, die den verdienstvollen Mitarbeiter als Ehrenmitglied würdigt. Sepp Bierl ist dem Verein Ende 1998 beigetreten und gehört seit 1999 zum engsten Kreis der Helfer. „Durch sein handwerkliches Geschick, seine Umsicht und Hilfsbereitschaft hat er sich sehr schnell unentbehrlich gemacht", sagte Vorsitzender Franz Amberger in seiner Laudatio.
Ob Maurer, Burggärtner oder Werkzeugwart: Sepp Bierl sei ein echter Tausendsassa und arbeite selbstständig und äußerst zuverlässig. Mit Ausnahme des Archäologen habe er auf der Burg schon alle Positionen wahrgenommen. Besonders hervorgetan habe er sich in den letzten vier Jahren bei der Sanierung der unteren Torgasse und des Getreidekastens. „Die Vorburg trägt Deine Handschrift“, bestätigte der Vorsitzende dem neuen Ehrenmitglied der Burgfreunde. Unter dem Beifall der Anwesenden nahm Sepp Bierl die Urkunde sichtlich gerührt entgegen, dazu einen Gutschein und eine weiße Orchidee für seine Frau.

2017 | Nicht nach Wunsch verlaufen

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Mit diesem Führungsquartett gehen die Burgfreunde ins dritte Jahrzehnt: Franz Amberger, Helmut Kleisinger, Uli Effenhauser und Rudi Raum (von links).

Auch wenn im 20. Jubiläumsjahr nicht alles nach Wunsch gelaufen ist, können die Burgfreunde mit der Gesamtbilanz 2016 zufrieden sein. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung am Samstag, 18. Februar 2017 im Brauereigasthof Brandl deutlich. Zum Nachfolger des 2. Vorsitzenden Ludwig Biebl wählten die Mitglieder den Lehrer Uli Effenhauser.
Burg-Café und Schaueramt verregnet, die Feier zum 20-jährigen Bestehen abgesagt und zu allem Überfluss auch noch der Ärger mit der Gemeinde über die Sanierung des Getreidekastens: Das Jubiläumsjahr 2016 hätten sich die Burgfreunde durchaus anders vorstellen können, harmonischer vor allem und ohne unnötige Komplikationen.
Dass die Gemeinde den baufälligen Getreidekasten sich selbst überlassen wollte, ist für die Burgfreunde bis heute in keiner Weise nachvollziehbar. Denn nach dem Bericht des Vorsitzenden Franz Amberger hätte die Maßnahme keinen Aufschub mehr geduldet. „Es war Gefahr im Verzug“, schilderte er den miserablen Zustand der Mauern. Zum Glück hat sich der Verein durch die Widerstände nicht von seinem Vorhaben abbringen lassen und die Sache auf eigene Faust angepackt. „Wir sehen uns heute in allen Punkten bestätigt“, so die Zwischenbilanz des Vorsitzenden. Ob Notwendigkeit, Vorgehensweise, Sicherheit oder Kosten: Die im Gemeinderat vorgebrachten Bedenken hätten sich durch die Praxis alle in Schall und Rauch aufgelöst.
In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege werden die Arbeiten im Frühjahr wieder aufgenommen und möglichst bis zum Burg-Café abgeschlossen. Wobei auf Empfehlung des Landratsamtes auch die Terrassenmauer oberhalb des Getreidekastens in die Sanierung einbezogen wird.
Einen versöhnlichen Ausklang fand das Jubiläumsjahr der Burgfreunde durch die Verleihung des Denkmalschutzpreises des Landkreises Cham. An den 41 Burgführungen haben im letzten Jahr 762 Personen teilgenommen. Der Wilde Haufen ist nicht mehr Bestandteil der Burgfreunde: Die aus dem Verein hervorgegangene Mittelaltergruppe steht seit Juni auf eigenen Beinen und geht ihre eigenen Wege.
Künstlerisch nach wie vor auf gutem Niveau bewegt sich die Konzertreihe KlangFarben, der Besuch indes lässt zu wünschen übrig. „Wenn sich die wirtschaftliche Seite nicht verbessert, müssen wir die Reihe einstellen“, machte Franz Amberger unmissverständlich klar. Der Kassenbericht von Helmut Kleisinger bestätigte seine Aussage. Während das Orgelkonto merklich geschrumpft ist, schließt das allgemeine Vereinskonto trotz der hohen Ausgaben für den Getreidekasten (9.600 Euro) dank einer 5.000-Euro-Spende mit einem Plus.
Bürgermeister Franz Piendl lobte das Engagement der Burgfreunde und dankte der Vorstandschaft für die geleistete Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit. Mit der Forderung des Vereins nach einer besseren Ausschilderung der Burgruine als dem touristischen Aushängeschild der Gemeinde werde man sich auseinandersetzen.
Keine große Mühe hatte der Bürgermeister mit der Durchführung der Neuwahlen. Das Ergebnis: 1. Vorsitzender Franz Amberger, 2. Vorsitzender Uli Effenhauser, Kassier Helmut Kleisinger, Schriftführer Rudi Raum; Kassenprüfer: Klaus Dittrich und Markus Schiedermeier.

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Mit dem Mitbegründer und langjährigen 2. Vorsitzenden Ludwig Biebl (rechts) haben die Burgfreunde ihr erstes Ehrenmitglied.

2017 | Das erste Ehrenmitglied

Zusammen mit Franz Amberger hat Ludwig Biebl 1996 den Verein Burgfreunde Runding e.V. aus der Taufe gehoben und zu einer anerkannten Größe auf dem Gebiet der Heimatpflege gemacht. Aus gesundheitlichen Gründen musste er nun sein Amt als 2. Vorsitzender aufgeben. Sein Ausscheiden aus der Vorstandschaft nahm der Verein zum Anlass, Ludwig Biebl zum ersten Ehrenmitglied der Burgfreunde zu ernennen. „Der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort“: Der in lateinischer Schrift niedergeschriebene Text auf der von Fritz Maier kunstvoll gestalteten Urkunde sagt alles über das Verhältnis zwischen Ludwig Biebl und den Burgfreunden. „Du bist für uns Vorarbeiter, Vordenker und Vorbild in einer Person“, fasste Vorsitzender Franz Amberger das vielseitige, verdienstvolle Wirken seines Stellvertreters zusammen. Der gebürtige Niederbayer hatte sich 1989 mit seiner Familie in Runding niedergelassen und war erstmals beim Heimatforschersymposium 1990 in Kontakt mit dem Thema Burg gekommen. Durch sein Interesse an der Heimat und sein ausgeprägtes Bewusstsein für Geschichte habe Ludwig Biebl mit dem Blick von außen sehr früh erkannt, welches Potenzial in der verschlafenen und verfallenden Ruine steckt und dass es sich lohnen würde, sich für deren Erhalt einzusetzen. „Ohne ihn wäre der Verein möglicherweise gar nicht gegründet worden“, räumte Vorsitzender Franz Amberger ein. „Auf jeden Fall“, sagte er, „wären die Burgfreunde ohne Ludwig Biebl nicht das, was sie heute sind“.
Sichtlich gerührt nahm Ludwig Biebl die ihm zuteil gewordene Ehre und Auszeichnungen unter dem Applaus der Mitglieder entgegen. Seine Erfahrung und sein Wissen stellt er dem Verein künftig als Beirat im erweiterten Vorstand zur Verfügung.

2015 | Es gibt immer was zu tun

Auch wenn das Archäologische Freilichtmuseum auf dem Schlossberg längst fertig ist, geht den Rundinger Burgfreunden die Arbeit so schnell nicht aus. Das wurde bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung am Freitag, 20. November, in der Schlossbrauerei Brandl deutlich. „Es gibt immer was zu tun“: Unter diesem Motto stand der Bericht des Vorsitzenden Franz Amberger über die Aktivitäten 2015. Mit dem Abschluss der Sanierung der unteren Torgasse und der Neugestaltung der Anlaufstelle für die Besucher in der Vorburg habe die Gesamtanlage eine deutliche Aufwertung erfahren. 5.000 Euro und 540 Arbeitsstunden haben die Burgfreunde nach dem Bericht des 2. Vorsitzenden Ludwig Biebl zu dieser Maßnahme beigesteuert; damit erhöhen sich die Aufwendungen des Vereins für die Burg auf 80.000 Euro und 11.000 Arbeitsstunden.
Eine Bestätigung ihrer seit fast 20 Jahre währenden Arbeit sehen die Burgfreunde in den steigenden Besucherzahlen, die anhand der ausgegebenen Flyer in diesem Jahr deutlich über 10.000 liegen dürften. Allein bei den insgesamt 52 Führungen wurden mehr als 1.000 Teilnehmer gezählt.
Ein Vortrag von Helmut Kleisinger über das Leben auf der Alm, eine Autorenlesung mit Ulrich Effenhauser, das Schaueramt auf der Burg, der Vereinsausflug in die Kulturhauptstadt Pilsen und die Durchführung der Konzertreihe KlangFarben komplettieren die Aktivitäten des Vereins, der nunmehr in sein 20. Jahr geht. Das Jubiläum soll bei einem internen Grillfest auf der Burg im Juli 2016 begangen werden. Finanziell haben die Burgfreunde das laufende Jahr mit einem Minus von rund 2.000 Euro abgeschlossen. Den Einnahmen von 12.000 Euro stehen nach der von Kassier Helmut Kleisinger vorgelegten Bilanz Ausgaben von 14.000 Euro gegenüber.
Den Dank der Gemeinde für die geleistete Arbeit brachte Bürgermeister Franz Piendl zum Ausdruck. Mit der freigelegten Burgruine besitze Runding ein Alleinstellungsmerkmal, das bei der Anerkennung als Erholungsort eine große Rolle gespielt habe. Mit diesem Prädikat sei zum Ausdruck gekommen, wie wichtig die Gründung der Burgfreunde vor 20 Jahren gewesen ist, sagte Piendl. In seinem Grußwort deutete der Bürgermeister die Möglichkeit an, einen Teil der künftigen Einnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe für Burg-Hinweisschilder an den Bundesstraßen bei Raindorf und Chamerau zu verwenden.
In Fortführung der Restarbeiten in der Vorburg möchten sich die Burgfreunde in den kommenden zwei Jahren des Getreidekastens (Sanierung der Umfassungsmauern, Absenkung des Bodenniveaus) annehmen. Zur Abrundung der Maßnahme fehlt dann nur noch eine gastronomische Einrichtung. Ob hier die große Lösung auf den Grundmauern des Pfleghauskellers (genehmigte Bauvoranfrage) oder eine kleine Alternative (fester Kiosk) zum Tragen kommt, wollen die Burgfreunde im Lauf des nächsten Jahres grundsätzlich klären. Die Einrichtung soll dann spätestens zum Jubiläum 2018 (900 Jahre Runding) zur Verfügung stehen.

2013 | Jahr der großen Investitionen

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Für ihre herausragenden Leistungen bei den Führungen und Arbeitseinsätzen wurden Peter Schönberger und Sepp Bierl (Mitte) von den beiden Vorsitzenden Franz Amberger und Ludwig Biebl geehrt.

Für die Rundinger Burgfreunde ist 2013 das Jahr der großen Investitionen. Mehr als 15.000 Euro hat der Verein heuer in die Burgruine gesteckt, dazu kommen noch gut 500 Arbeitsstunden. Damit summieren sich die vom Verein erbrachten Gesamtleistungen allein für die Burg auf 70.000 Euro beziehungsweise 10.500 Stunden. Es war eine stolze Bilanz, die die Vorstandschaft bei der Jahreshauptversammlung am Samstag in der Schlossbrauerei Brandl vorlegen konnte. Gefordert waren die Burgfreunde hauptsächlich bei Restarbeiten am 2012 eröffneten Archäologischen Freilichtmuseum. Bei den Arbeitseinsätzen waren das hauptsächlich die Errichtung der Feuerstelle im Südzwinger, die Installation des WC-Containers mit Anschluss des Festplatzes, die Komplettierung der Beschilderung, die Erweiterung der Beleuchtung und vor allem die Säuberung des Pfleghauskellers. Von den Investitionen entfallen 7.000 Euro auf die Erschließung der Burgkapelle vom Gipfelfelsen, 3.000 Euro auf das Dach auf dem Wohnturm, 2.000 Euro auf die Erweiterung der Beleuchtung und 3.000 Euro als Zuschuss an die Gemeinde zu den laufenden Unterhaltskosten.
Sehr zur Freude des Vorsitzenden Franz Amberger hat der Besucherstrom auf der Burgruine in diesem Jahr merklich zugenommen. Immer mehr Einheimische und Urlauber nehmen die Anlage auf dem Schlossberg als attraktives Ausflugsziel wahr. Das macht sich auch bei der Nachfrage an Führungen bemerkbar: Bei insgesamt 56 Führungen sind heuer 1.100 Besucher betreut worden. Besonders groß war der Andrang beim Burg-Café mit Burgbelebung durch zwei Mittelaltergruppe (Arma Georgii aus Furth im Wald und Wölfe zu Dunkelstein aus Österreich), bei der Fotoausstellung von Stefan Engl und bei der Erlebnisführung im Rahmen der Ferienprogramms der Gemeinde.
Einen detaillierten Bericht über die geleisteten Arbeitseinsätze erstattete 2. Vorsitzender Ludwig Biebl. Bei allen selbst auferlebten Verpflichtungen auf der Burg haben die Burgfreunde in diesem Jahr die Geselligkeit nicht vernachlässigt. Auch das 15. Orgel-Triduum kann der Verein als Erfolg verbuchen, sowohl was die Qualität der Konzerte als auch den Zuspruchs des Publikums angeht. Dass die Vereinskasse nach dem Bericht von Rudi Lempart trotz der enormen Ausgaben noch ein solides Guthaben aufweist, nahmen die Mitglieder mit Freude zur Kenntnis.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Franz Piendl die Arbeit der Vereinsführung, die nach wie vor mit viel Herzblut bei der Sache sei. Ausdrücklich lobte er auch das Engagement von Peter Schönberger (31 Führungen) und Sepp Bierl (360 Arbeitsstunden; sie wurden für ihre herausragenden Leistungen von den beiden Vorsitzenden mit Geschenken geehrt.
Im nächsten Jahr planen die Burgfreunde weitere Beiträge zur Attraktivierung des Burgareals. Handlungsbedarf sehen sie ferner bei der Sanierung der Torgasse und der Umfassungsmauer des Getreidekastens. Vereine und sonstige Gruppierungen in der Gemeinde ermunterte Franz Amberger, die Burgruine für öffentliche oder auch interne Veranstaltungen zu nutzen.
Ansonsten warb der Vorsitzende für den Besuch der bevorstehenden KlangFarben-Konzerte zum 15-jährigen Bestehen der Vleugels-Orgel. Als besondere Höhepunkte kündigte er die „Bairische Weihnacht“ mit dem 55 Knaben starken Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen (15. Dezember) und das Neujahrskonzert mit Weltstar Barbara Dennerlein (1. Januar) an. Aber auch das Jubiläumskonzert am 15. Jahrestag der Orgelweihe mit Ruth Spitzenberger (13. Dezember), das Weihnachtskonzert mit dem Further Ensemble Cantamus und Wolfgang Kraus (26. Dezember) sowie das Dreikönigskonzert mit dem führenden tschechischen Organisten Jaroslav Tuma (6. Januar) aus Prag seien den Besuch wert.

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